In diesem Monat präsentiert das Stadt- und Industriemuseum in der Reihe „Exponat im Fokus“ ein Notenheft der Reihe Breitkopf & Härtels Orchesterbibliothek des gleichnamigen Verlags Breitkopf & Härtel aus Leipzig: „Nr. 316 Schubert. Fünf Menuette mit sechs Trios – Violine II“.
Das altrosa-farbene Cover ziert eine Illustration aus Pflanzenranken und -ornamenten, kleinen Engeln und Musikinstrumenten, wie einer Harfe, Orgelpfeifen und angedeuteten Trompeten. Die Ausführung und Anordnung der Illustration erinnert an barocke Bauschmuckornamente. An der Illustration und Covergestaltung war der Maler Karl Oertel beteiligt. In der rechten oberen Ecke ist ein Stempel eines früheren Eigentümers zu sehen: „Musikverein Guben 1879 i.d. Gubener Musikgemeinschaft“. Darüber wurde mit einem blauen Stift die Zahl 134 geschrieben.
Der Breitkopf & Härtel Verlag ist der älteste Musikverlag der Welt. Er wurde 1719 in Leipzig von Bernhard Christoph Breitkopf gegründet. Bereits während des 18. Jahrhunderts betreute der Verlag bedeutende Komponisten. Jedoch geriet er 1795 in finanzielle Schwierigkeiten, die durch einen Zusammenschluss mit Gottfried Christoph Härtel gelöst wurden. 1796 bekam der Verlag daher den Namen unter dem er bis heute bekannt ist: Breitkopf & Härtel. Er veröffentlichte schon früh Gesamtwerke Mozarts, sowie Werke von Joseph Hayden, Ludwig van Beethoven, Franz Liszt, Robert Schumann, Frederic Chopin und weiteren Komponisten. Kurzzeitig fertigte das Unternehmen von 1807 bis 1827 sogar selbst Pianofortes an. Im Laufe der Unternehmensgeschichte stellte der Verlag temporär auch sehr bekannte Komponisten ein – u.a. Richard Wagner und Johannes Brahms als Verlagskomponisten. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Verlagsgebäude in Leipzig weitgehend zerstört, weshalb der Verlag nach 1945 sein neues Domizil in Wiesbaden bezog.
Seit 1885 veröffentlicht der Verlag die sogenannten „Breitkopf-Bibliotheken“, welche noch bis heute im Verlagsprogramm enthalten sind. Die Chor-Bibliothek, die Kammermusik-Bibliothek, die Partitur-Bibliothek, sowie die Orchester-Bibliothek – zu letzterer gehört unser Exponat im Fokus. Unter der Orchester-Bibliothek wird eine Sammlung von Notenmaterialien für Sinfonieorchester verstanden, welche das klassisch-romantische Repertoire an Kompositionen verschiedenster Komponisten in Originaltextausgaben anbietet.
Unser Exponat entstammt vermutlich einer Auflage aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und ist laut unseren Aufzeichnungen 1989 in den Besitz des Museums gekommen.
Wir zeigen das Notenheft öffentlich bis zum 26. Februar 2026 im Stadt- und Industriemuseum zu den gewohnten Öffnungszeiten.

