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    Das aktuelle "Exponat im Fokus"

    In diesem Monat präsentiert das Stadt- und Industriemuseum in der Reihe „Exponat im Fokus“ einen schlesischen Württemberg-Oels-Kreuzer aus dem Jahr 1685.

    Der Kreuzer war unter der Herrschaft des Herzogs Christian Ulrich I. im Umlauf. Christian Ulrich I. (1652-1704) war der dritte Sohn des Herzogs Silvius Nimrod von Württemberg-Oels. Nach dem Tod eines seiner Brüder übernahm er 1669 die Herrschaft über das Teilherzogtum Württemberg-Bernstadt.

    Dieses überließ er jedoch 1697 nach dem Tod seines zweiten Bruders seinem Neffen und übernahm stattdessen die Herzogtümer Oels und Juliusburg mit Medzibor in Schlesien. Teile der Westgrenze dieses Herrschaftsgebietes verliefen nicht unweit von Frankfurt/ Oder und Crossen, also in relativer Nachbarschaft zum ehemaligen Kreis Guben. Im Verlauf seines Lebens hatte Christian Ulrich I. vier Ehefrauen und insgesamt 15 Kinder. Er verstarb 1704 im Schloss Oels und wurde in einer von ihm angelegten Familiengruft der Schlosskirche beigesetzt.

    Die Württemberg-Oels-Kreuzer gehörten zum Typ der Standard-Umlaufmünzen. Kreuzer allgemein dienten von etwa 1500-1800 als übliche Kleinmünzen. Ihr Wert, umgerechnet in Euro, schwankte im Verlauf der Zeit zwischen 0,50€ bis 1€.

    Das verwendete Material für den Württemberg-Oels-Kreuzer war Silber. Mit einem Durch-messer von 17 mm und einem Gewicht von 0,75 g ist der Kreuzer sehr klein, ähnlich der Größe einer 1 Cent-Münze heute. Die Vorderseite und Rückseite tragen jeweils unterschiedliche Prägungen. Die Vorderseite ziert mittig die Büste einer Frau in antiker Kleidung unter der, der Wert der Münze mit einer römischen „I“ angegeben ist. Am Rand entlang steht umlaufend eine Legende in Latein: „CHRIST V D G DVX W T S O B“. Ausgeschrieben bedeutet die Umschrift: Christianus Ulrich Dei Gratia Dux Wirtembergensis Teccensis In Silesia Olsnensis & Bernstadiensis – und übersetzt bedeutet sie `Christian Ulrich, von Gottes Gnaden Herzog von Württemberg, Teck, Schlesien, Oels und Bernstadt´. Die Rückseite zeigt mittig einen schlesischen Adler in einem ovalen Barockrahmen. Über dem Rahmen steht, von einem Fürstenhut getrennt, das Prägejahr 1685. Auch auf der Rückseite verläuft am Rand entlang eine gekürzte lateinische Umschrift: „CO MON D I HEID STERN M“. Ausgeschrieben steht sie für `Comes Montisbelligardi Dominus In Heidenheim Sternberg & Medzibor´und bedeutet etwa so viel wie `Herr Graf von Montisbelligrad in Heidenheim Sternberg & Medzibor´. Damit verweist die Münze auf die bekannten Würdentitel des Herzogs.

    Beispiele für diesen Kreuzer aus dem Jahr 1685 sind relativ selten. Bekannt sind als Prägezeitraum bisher 1679 – 1685, wobei `1679´ und `1685´ die bisher am wenigsten vertretenden Prägejahre darstellen.

    Unser Exponat im Fokus ist daher ein besonderes Beispiel für einen der selteneren Jahrgänge. Wir zeigen den Kreuzer öffentlich bis zum 25. März im Stadt- und Industriemuseum zu den gewohnten Öffnungszeiten.

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