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    Das aktuelle "Exponat im Fokus"

    In diesem Monat präsentiert das Stadt- und Industriemuseum in der Reihe „Exponat im Fokus“ einen silbernen Becherpokal von 1933, der als Preis für einen Ruderwettbewerb an Willi Dohme verliehen wurde. Der Becherpokal, mit einer Höhe von 6,6 cm, ist außen wie innen silberfarben, wobei sich im Inneren einige dunkle angelaufene Stellen zeigen.

    Der Becher verengt sich zum Boden hin. An der Öffnung beträgt der Durchmesser 4,8 cm, während der Boden nur einen Durchmesser von 3,7 cm aufweist. Die Seitenwand trägt eine Inschrift und eine kleine Abbildung als Gravur: „EINER ALSTER-POKAL 8.7.1933“. Zwischen dem Schriftzug und dem Datum sind zwei sich überkreuzende Dreiecksfahnen eingraviert. Eine der Fahnen trägt ein Andreaskreuz, die andere Fahne zeigt einen stilisierten Arm, der ein Ruderpaddel hält. Auf dem Boden findet sich eine Prägung. Eine `800´, daneben eine Mondsichel und eine Krone und darunter „KAHLBRANDT HAMBURG“.

    Die Mondsichel und die Krone bilden den Reichssilberstempel, welcher echtes Silber kennzeichnet, während die Zahl 800 den Feingehalt angibt. Der Reichssilberstempel ist seit dem 1. Januar 1888 ein einheitliches deutsches Silberzeichen, welches durch das „Gesetz über den Feingehalt der Gold- und Silberwaren“ von 1884 festgelegt wurde. In seinen Grundzügen gilt das Gesetz bis heute und schreibt wichtige Regelungen zur Punzierung von Gold und Silber vor. Der ursprüngliche Geltungsbereich des Stempelgesetzes umfasste das zur Einführung 1888 damalige Staatsgebiet des Deutschen Kaiserreichs. Davon abgeleitet steht in der Symbolik des Stempels die Krone für das Deutsche Kaiserreich. Die Mondsichel steht für das Metall Silber und entspringt der Symbolsprache der Alchemie.  

    Die Inschrift „KAHLBRANDT HAMBURG“ bezieht sich auf den Hamburger Goldschmied, Graveur und Ziseleur Albert Kahlbrandt, welcher von 1878 bis 1961 lebte. Er war besonders in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts für seine kunstvollen Arbeiten in Messing und Silber bekannt.  Gelernt hatte er in Kiel, Hanau und Hamburg, während er seine Wanderjahre im Ausland u.a. in Stockholm, Göteborg, Paris und Genf verbrachte. Seit 1911 war er Leiter seiner eigenen Werkstatt in Hamburg. Seine Arbeiten signierte er oft mit „KAHLBRANDT HAMBURG“.

    Der Becherpokal entstammt dem Nachlass von Willi Dohme. Wille Dohme war der erfolgreichste Sportler des Gubener Rudervereins, „Gubener Ruder-Club 1905 e.V.“. Er wurde 1932 und 1933 Deutscher Meister im Einer und gewann 1933 auch den hier gezeigten Alster-Pokal. Im Jahr 2024 kam der Pokal im Zuge einer Schenkung mit weiteren Stücken aus dem Nachlass von Willi Dohme in den Besitz des Museums.

    Wir zeigen den Becherpokal bis zum 21. Mai 2026 zu den regulären Öffnungszeiten im Stadt- und Industriemuseum.