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    Das aktuelle "Exponat im Fokus"

    In diesem Monat präsentiert das Stadt- und Industriemuseum in der Reihe „Exponat im Fokus“ einen Lichtschirm oder auch Lithophanie-Schirm, ca. Mitte des 19. Jahrhunderts, aus der Porzellanmanufaktur Plaue. Ein Lithophanie-Schirm ist ein dekoratives Kunstobjekt, oft aus dem 19. Jahrhundert, das aus einer durchscheinenden Porzellanplatte (Lithophanie) und einem meist dunklen Metallrahmen besteht. Durch rückwärtiges Licht, wie z.B. einer Kerze oder Lampe, erscheinen detaillierte, dreidimensionale Bilder, oft mit figürlichen Motiven oder Szenen.

    Der Rahmen des ausgestellten Lichtschirms besteht aus filigran gearbeitetem Messing und fußt aus einer sechseckigen Basis. Die Gesamthöhe beträgt 28cm und die breiteste Stelle 11,5 cm. Der Rahmen fasst eine rechteckige Scheibe aus Porzellan mit den Maßen 9 x 7,5cm (HxB). Die Platte zeigt eine alltägliche Szene im Kinderzimmer. Eine Frau, entweder die Mutter oder ein Kindermädchen, steht zwischen zwei Kinderbetten. In dem Bett vor ihr steht ein Kind und neben ihr stehen zwei weitere Kinder. Am Rand der Szene sind Vorhänge angedeutet. Auf der Rückseite der Platte steht in der rechten unteren Ecke die Signatur der Porzellanmanufaktur: „PPM“ – die Porzellanmanufaktur Plauen in Thüringen. Daneben ist noch eine Nummer eingeprägt: „150“.   

    Die Porzellanmanufaktur Plauen wurde 1817 gegründet und erlangte weltweiten Ruhm durch ihre, seit 1849 handgefertigten, Lithophanien. Eine Lithophanie ist eine Reliefdarstellung aus durchscheinendem Material wie Porzellan oder Milchglas. Sie besteht aus einer dünnen Materialschicht, meist einer Platte, die durch eine Lichtquelle von hinten beleuchtet wird. Durch die unterschiedliche Dicke des Materials, die das Licht unterschiedlich stark durchscheinen lässt, entsteht beim Betrachter ein besonderer Licht- beziehungsweise Bildeffekt. Weil die stufenlosen Hell- und Dunkelschattierungen für die Gestaltung des Reliefs entscheidender sind als etwa die Konturen der Abbildung, wird das Bild erst beim Einsetzen der Lichtquelle richtig sichtbar. Die Qualität der Lithophanie wird im Wesentlichen von drei Faktoren bestimmt: dem Material, der Bildvorlage und der Lichtquelle. Lithophanien waren besonders im 19. Jahrhundert sehr beliebt.

    Unser Exemplar entstammt dem Familienbesitz der bekannten Künstlerfamilie Lücking. Bevor Johanna Lücking, verwitwet, 1955 mit ihrer Tochter Guben verließ und in den Westen umzog, vermachte sie dem Heimatmuseum Guben damals eine große Schenkung an Gemälde und anderen Gegenständen, u.a. diesem Lithophanieschirm.

    Wir zeigen den Lithophanie-Schirm im Rahmen unserer Sonderausstellung „Kuriositäten des Fundus. Gegenstände und Geschichten aus dem Alltag eines Museumsfundus“ zu den regulären Öffnungszeiten im Stadt- und Industriemuseum Guben.

    Exponat im Fokus Juni

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