Sprache auswählen

    Das aktuelle "Exponat im Fokus"

    In diesem Monat präsentiert das Stadt- und Industriemuseum in der Reihe „Exponat im Fokus“ einen Doppelschilling aus dem Herzogtum Mecklenburg-Güstrow Anfang des 17. Jahrhunderts.

    Der Doppelschilling war unter der Herrschaft des Herzogs Johann Albrecht II. im Umlauf. Johann Albrecht II. (1590 - 1636) war der Sohn des Herzogs Johann VII. Von 1608-1610 regierte er unter der Vormundschaft von Herzog Karl I und ab 1621 herrschte er als alleinregierender Herzog von Mecklenburg-Güstrow.

    Im Zeitraum von 1611 -1621 herrschte er zusammen mit seinem Bruder Adolf-Friedrich I über das gesamte Herzogtum Mecklenburg. Im Dreißigjährigen Krieg versuchte er sich nach Außen neutral zu verhalten, unterstützte aber im Geheimen die Truppen des dänischen Königs Christian IV. Im Verlauf seines Lebens hatte Johann Albrecht II. drei Ehefrauen und insgesamt 9 Kinder. Er verstarb kurz vor Vollendung seines 46. Lebensjahres und wurde im Güstrower Dom beigesetzt.

    Der Doppelschilling war im Zeitraum von ca. 1590 bis 1621 die dominierende Münze im Geldumlauf Norddeutschlands. Geprägt wurde der Doppelschilling aus Silber, meist zwischen 1,7 und 2,0 g im Gewicht und ca. 23 mm im Durchmesser. Die Vorderseite und Rückseite tragen jeweils unterschiedliche Prägungen. Zwischen den Prägungen verschiedener Jahrgänge gibt es kleine Unterschiede. Unserem Exemplar lässt sich kein genauer Jahrgang zuordnen. Ein Vergleich mit anderen Münzen lässt auf einen vermutlichen Prägezeitraum zwischen 1615 und 1617 schließen. Die Vorderseite ziert mittig ein vier- bzw. fünfteiliges Wappen, welches jedoch durch Abnutzung der Prägung nur schwer zu erkennen ist. Das in vier Felder unterteilte Hauptschild steht für die Landesteile Mecklenburg, Rostock, Stargard und Werle. Das kleine Herzschild in der Mitte repräsentiert das Herzogtum Schwerin. Um das in einem Kreis befindliche Wappen herum, verläuft ein Schriftzug: „HANSALBRECHTHER“. Dies steht für „Hans Albrecht, Herzog“. Auf der Rückseite ist mittig die verschlungene Nominalbezeichnung „DS“ – für Doppelschilling – zu lesen. Darüber ist ein Reichsapfel geprägt. Als Umschrift am Rand ist noch zu lesen „ZMECHELNBURG“, was auf Mecklenburg verweist. Auf unserem Exemplar ist die Prägung im Bereich des Anfangs der Umschrift stärker abgenutzt als bei dem Rest der Umschrift.

    Der Doppelschilling ist 1982 am Rand der Kiesgrube Drewitz gefunden worden. Unklar bleibt, wann und auf welchem Wege er in unsere Gegend gekommen ist. Ob er bereits in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges durch einen damaligen Besitzer in unsere Gegend kam und hier dann verloren ging oder ob er erst später durch andere Umstände an seinen Fundort gelangte – ein Geheimnis der Geschichte. Wir zeigen die Münze zu den regulären Öffnungszeiten im Stadt- und Industriemuseum Guben.

     

    Exponat im Fokus September 2026